Hochwasserpartnerschaft Aller legt Hochwasserschutzkonzept für Teileinzugsgebiet der Aller vor

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Hochwasserpartnerschaft Aller legt Hochwasserschutzkonzept für Teileinzugsgebiet der Aller vor

Gemeinsames Leitbild der Hochwasserpartnerkommunen

Das Hochwasserschutzkonzept für ein Teileinzugsgebiet der Aller (zwischen Meinersen bis Verden/Aller) ist fertiggestellt und wurde am 07.10.2020 in der Alten Exerzierhalle der Stadt Celle vorgestellt. Helfried H. Pohndorf, Samtgemeindebürgermeister der Samtgemeinde Flotwedel, hatte als Maßnahmenträger zur Abschlussveranstaltung und Präsentation dieses Hochwasserschutz-konzeptes eingeladen. Es ist das erste gemeinsam erarbeitete Projekt der 2016 gegründeten Hochwasserpartnerschaft Aller. Mit der Hochwasserpartnerschaft werden zahlreiche Kommunen an einen Tisch gebracht, um effektive und nachhaltige Lösungen entwickeln zu können. Durch die interkommunale Zusammenarbeit können Projekte verwirklicht werden, die überregionale Bedeutung für den Hochwasserschutz besitzen und die eine flussgebietsweise Betrachtung des Hochwasserschutzes erfordern. Vertreter der 15 beteiligten Gemeinden, Samtgemeinden und Städte waren zusammenkommen und nahmen den Anlass wahr, öffentlichkeitswirksam das gemeinsame Leitbild zu unterschreiben und ihren Willen zu bekunden, weiterhin sowohl in der interkommunalen Zusammenarbeit als auch vor Ort in den eigenen Kommunen die Hochwasservorsorge und die ganzheitliche Sichtweise in der Wasserbewirtschaftung zu stärken.

Das von dem Ingenieurbüro Heidt + Peters mbH aus Celle ausgearbeitete Hochwasserschutzkonzept stellte Diplom-Ingenieur Jan Brencher vor. Die intensive Datenauswertung und der persönliche Austausch mit den Partnerkommunen und weiteren Akteuren, bildeten die Grundlage für die Konzepterarbeitung. Im Vorfeld wurde für jede Partnerkommune ihre Betroffenheit bei Hochwasser und ihre Vorsorge in einem Fragebogen zum „Stand der kommunalen Hochwasservorsorge“ abgefragt und bewertet. Neben den Möglichkeiten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in den einzelnen Kommunen liegt ein besonderes Augenmerk in diesem Konzept auf den dezentralen Möglichkeiten zur Verminderung von Wasserabfluss und Untersuchungen zur Retention von Hochwasser.  Das erarbeitet Hochwasserschutzkonzept listet Vorschläge für Maßnahmen und Handlungsoptionen auf. Dabei handelt es sich um Maßnahmen der Flächenvorsorge, Maßnahmen zum natürlichen Wasserrückhalt, Maßnahmen des technischen Hochwasserschutzes sowie Maßnahmen zur Hochwasservorsorge. Die erstellten Karten visualisieren die potenziellen Maßnahmen und Planungen und zeigen Synergien zum Naturschutz auf. Darüber hinaus soll das erarbeitete Hochwasserschutzkonzept als Entscheidungsgrundlage zum weiteren Umgang mit den Hochwasserrisiken dienen und die nächsten Schritte wie beispielsweise konkrete Planungen und Umsetzungen von Maßnahmen vorbereiten.

Die Inhalte des Hochwasserschutzkonzeptes waren im Steuerungskreis der Hochwasserpartnerschaft Aller, besetzt mit Vertretern aus fünf Partnerkommunen, abgestimmt und diskutiert worden. Beratend und vernetzend tätig waren während des gesamten Projektes der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Betriebsstelle Verden, sowie die Kommunale Umwelt-AktioN UAN aus Hannover. Die UAN hat im Rahmen des Projektes „Kommunale InfoBörse Hochwasservorsorge“ die Bildung und die Arbeit der Hochwasserpartnerschaft Aller sowie weiterer Hochwasserpartnerschaften in Niedersachsen angeregt und unterstützt. Im Zuge des Hochwasserschutzkonzeptes hat die HWP Aller auch ein Leitbild für ihre gemeinsame weitere Zusammenarbeit erarbeitet. Das Leitbild benennt das einzugsgebietsbezogene Gesamtkonzept als fachliche Basis. Es beinhaltet konkrete Leitlinien mit Handlungsgrundsätzen zu vier Aspekten: Überregional denken, Wassersensibel handeln, Bewusstsein schaffen, partnerschaftlich arbeiten. Die bei der Abschlussveranstaltung in Celle anwesenden Bürgermeister und Vertreter der Hochwasserpartnerkommunen haben gemeinsam das Leitbild unterschrieben.

Der anwesende Staatssekretär des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Frank Doods, zeigte sich beeindruckt von der Vorstellung des Hochwasserschutz-konzeptes und dem solidarischen und partnerschaftlichen Umgang der Mitgliedskommunen der Hochwasserpartnerschaft Aller. Staatssekretär Doods nahm in seinem Grußwort auch Bezug auf die aktuelle Klimadiskussion und die zunehmende Wahrscheinlichkeit für Wetterextreme. Strukturen der Vernetzung und interkommunalen Zusammenarbeit könnten wesentliche Unterstützung bei der Bewältigung der kommunalen Aufgaben bieten. Hierbei ist es auch wichtig, die Niedrigwasserproblematik und die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im Blick zu behalten und es ist hilfreich, Schadenspotentiale und Risiken zu kennen. Das Land stellt auch zukünftig Mittel für den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung zur Verfügung und unterstützt aus diesen Mitteln auch den Hochwasserschutz im Land Niedersachsen.

Die Finanzierung des Hochwasserschutzkonzeptes für die Hochwasserpartnerschaft Aller erfolgte aus Beiträgen der Partnerkommunen und mit einer 80%-Projektförderung des Landes Niedersachsen unter finanzieller Beteiligung der EU aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER). Insgesamt beliefen sich die Kosten auf rund 250.000 Euro.

Vor Beginn der Abschlussveranstaltung trafen sich alle Teilnehmer der Partnerkommunen für ein gemeinsames Foto vor dem Rathaus der Stadt Celle.

Hochwasserpartnerschaft Aller © Trumptrar-Timm, Samtgemeinde Flotwedel

 

Kontakt:

Kommunale Umwelt-AktioN UAN

Dr.-Ing. Katrin Flasche

Dr.-Ing. Heike Neukum

Arnswaldtstraße 28

30159 Hannover

Tel.:  0511 / 302 85-58 (Flasche)

Tel.:  0511 / 302 85-53 (Neukum)

Fax:  0511 / 302 85-56

E-Mail: flasche@uan.de
            
neukum@uan.de

Internet: www.uan.de

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Am Alten Bahnhof 3

29342 Wienhausen

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Meldung vom 26.10.2020Letzte Aktualisierung: 27.10.2020